Deutsche
Seriensportmeisterschaft 2006
VIZEMEISTER
Klasse 6, High-Tech Zweizylinder:
Rainer
Kopp - RK-Racing
Mannschaft:
ADAC Hessen Thüringen 1
Motorrad:
Ducati 996R (Jolly Jumper)
Reifen:
Continental Race Attack
Bremsbeläge:
SBS Scandinavian Brake Systems
Kette:
DID & Wieres Alukettenräder
Öl
und Kettenspray: Fuchs - Silkolene
Dynojet
Power Commander
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by HKT-Haigerer Kunststoff Technik
Saisonzusammenfassung
folgt
Die Renngeschichten in der Reihenfolge neu oben, alt nach
unten scrollen

“Never give up” in
Hockenheim
Der fünfte Lauf von sieben findet am 17.6. 2006 in Hockenheim statt. Der
Wetterbericht verspricht blauen Wolkenlosen Himmel und dreißig Grad im Motodrom.
Geil, meine Strecke, mein Wetter –das muss passen. Nach dem zweiten Platz in
Oschersleben könnte diesmal ein weiterer Podestplatz drin sein.
Zusammen mit meinem Conti-Reifenberater Wolfgang Zeyen hecken wir die
Reifenpaarung für den kleinen Kurs aus: vorne ein ganz normaler Strassen Sport
Attack – derselbe Reifen der auch bei BMW in der Erstausstattung montiert wird
– hinten ein mittelharter Race Attack. Übersetzung und Bremsbeläge sind
bereits montiert, ebenso das Fahrwerk eingestellt.
Als ich sodann am frühen Samstagmorgen, zu einer Uhrzeit zu der ich in der
Regel noch gar keinen Blutdruck hab: 08:00 Uhr – mit Jolly Jumper frohgemut
Richtung Transponderschleife rolle, denke ich so bei mir: Transponderschleife.
Da wird geprüft, ob der Transponder geht und auch mit der richtigen Startnummer
verknüpft wurde. Transponder. Scheiße, ich hab doch gar keinen Transponder!
Bei der Papierabnahme hatte ich mit Manfred Bauch über Sinn und Unsinn des
Motorsports im Allgemeinen und des Seriensports im Besonderen gesabbelt, dabei
aber völlig dieses kleine rote unscheinbare aber doch so wichtige Kästlein
vergessen. Ich binde Jolly Jumper also Flugs vor dem Hockenheimer Saloon
(Mobil-Turm genannt) an, renne in den selbigen um nach langen drei Minuten
endlich das begehrte Kästchen zu bekommen. Thorsten Witter, der Fahrtleiter,
weist mich noch schnell darauf hin, dass ich mit dem Transponder hinten um den
Turm herum laufen muss, sonst wird eine Runde zuviel gezählt. Gesagt getan,
durch die Tech. Abnahme zum Gaul gerannt, Transponder dran, und ab geht’s. Die
anderen kommen derweil schon aus Runde zwei zurück..
Jolly Jumper freut sich riesig, die neuen Söckchen aus Korbach gefallen ihm gut
und im gestreckten Galopp bewegen wir uns hinein ins Feld der Zuviasse. Nach nur
zwei Runden hab ich keinen Kupplungsdruck mehr… Porca Miseria entfleucht es
mir in meinen Uvex, warum Luft im System? Ich überlege mal so für ein oder
zwei Runden, da es ohne Kupplung aber beim Runterschalten bockt beschließe ich
den Heimatlichen Korrall und den Pferdedoktor aufzusuchen. Ein bisschen Entlüftet
und es geht wieder, schnell weiter. Aber: zwei Runden später wieder dasselbe. Während
ich weitere fünf Runden ohne Kupplung drehe, zermartere ich mir mein Hessisches
Großhirn wo denn die Ursache liegen könnte. Nehmerzylinder lose? Kupplung
lose? Drucklager kaputt ? – besser mal gucken. Raus an die Box, den
Kupplungsdeckel ab, ei gucke da, das Lager ist ob der frühen Hitze im Motodrom
gerade im Begriff sich in Wohlgefallen aufzulösen, ein paar der Kugeln sind
schon Richtung Aquadrom ausgewandert. In meiner Teilekiste hab ich drei neue
Lager, schnell das Hämmerlein gezückt, mit dem 5er Inbus schlage ich das Lager
von der Druckstange runter und das neue drauf. Deckel wieder drauf, Druck
Pumpen, ist da, Handschuhe über die verdreckten Pfoten gezogen und ab. Die
Freude über den gerade gewonnenen Kupplungsdruck hält aber nur eine Runde, und
schon ist er wieder weg. Also noch mal raus, Ruhe bewahren, mein Idol Lance
Armstrong hätte jetzt gesagt: Never give up, try it Again.. Also noch mal mit
den letzten Tropfen Flüssigkeit im Behälter zweimal Entlüftet – Druck ist
da, hurra, mit einem kleinen Wheeliechen betreten wir das Feld der Ehre und
wissen aber nicht, ob die fehlenden Runden überhaupt noch zu schaffen sind. Die
Strecke ist voll, es müssen bestimmt über 80 Fahrer sein die sich hier
tummeln. Leider hab ich nun gar keine Zeit auf Geplänkel, unter Missachtung sämtlicher
Freundlichkeit fahre ich in der DP eine schnellste Runde von 1.12.04 und ganz
viele 1.13er Runden… Alle Versuche im Kopf auszurechnen ob die Zeit noch
reicht schlagen fehl, Mist, hätte ich früher in Mathe doch bloß nicht immer
einen Fensterplatz gehabt! Ca bei km Stand 100 fahre ich raus, Wolfgang sagt:
NOCH 10 RUNDEN, DAS SCHAFFST DU! Leider hat Marco etwas zu wenig Sprit bereit,
er kennt sich in meinem Geraffel nicht aus, ich bin aber heilfroh das er mir
hilft. Ich schreie noch im wegfahren: ich muss noch mal Tanken! Und bin weg. 10
Runden später steht Marco Benzin bei Fuß, wir kippen reichlich Elixier hinein,
Wolfgang sagt: 47 Runden sind voll, noch zwei Minuten! Schnell noch eine Runde
und rein in den geschlossenen Parc, puh, Schwitz, geschafft!
Leider haben wir in all der Hektik versäumt, den Kupplungsdeckel wieder zu
montieren – was lt Reglement aber nicht so ganz erlaubt ist. Ich gehe also
eine halbe Stunde später zum Obersten Technischen Kommissar, erkläre die
Situation und bitte um Erlaubnis, bloß den Deckel mit zwei Schrauben befestigen
zu dürfen, was mir auch gestattet wird. Zusammen mit einem Offiziellen gehe ich
in den Parc und schraube den Deckel hin, was ca 30 Sekunden dauert.
Zwischen Dauerprüfung und Rennstart hab ich etwas Zeit, übe mit dem Quad (ein
85er Yamaha Raptor) meiner Tochter Wheelies (was quer durchs ganze Fahrerlager
funktioniert) und lerne den Forumsbruder Sergej (Druckduc) kennen, welcher ein
netter Ducatista zu sein scheint, unser weiterer Forumsbruder Frank (Redduc 749)
verweilt zu dieser Zeit schon in der Uniklinik zu Mannheim um dort die
Ordnungsgemäß angelegte Spitzenunterwäsche der hoffentlich hübschen
Schwestern zu überprüfen. Ich freue mich darüber das es neue Leute in unserer
Klasse gibt, die ihre Doppelläufigen Italienischen Jagtflinten ihrer Bestimmung
zuführen und helfen den Mob aus Noale herzubrennen.
Rennstart
12:45, high Noon in Hockenheim. Alles schwitzt und steht im Schatten, aber ich
stehe in der prallen Sonne neben meinem treuen gelben Pferd und genieße die
Hitze mit der Erkenntnis, bei solchen Temperaturen auf dem kleinen Kurs schon
lange kein Rennen mehr verloren zu haben. Die Contis sehen trotz der Dauerprüfungstortur
von fast 48 Runden Vollgas noch hervorragend gut aus - ich guck aber gar nicht
so richtig hin, besser einfach drauf Vertrauen das es hält !
Startaufstellung, Ich hab Platz drei, mein derzeitiger Meisterschaftsstand,
Punktgleich mit ? der hat aber einen Sieg und ich noch nicht, das zählt
mehr. Zwei Einführungsrunden, ich fahre vorneweg, aber nicht zu schnell: den
Gegnern nicht zu früh zeigen was geht, und das Feld in der zweiten Runde
zusammenkommen lassen, sonst kocht der Motor bevor alle am Startplatz stehen.
Start: leider komme ich nicht Optimal weg, es war lange Rot und ich hab gezögert
um keinen Frühstart zu riskieren. Erst mal in Bewegung produziere ich den üblichen,
Fehlerfreien Katapultstart, Jolly Jumper saugt gierig die heiße Hockenheimer
Luft in seine Nüstern und wir biegen als erste in die Nordkurve. Jetzt aber
eilig, der Mob aus Noale will sich bestimmt nicht so einfach geschlagen geben. Etwa zur Halbzeit, die Contis gehen
Saugut, die Bremse Tadellos, der Rhythmus stimmt – laufe ich Eingang Motodrom
auf drei Reiter auf, die ihre fetten Gäule (Kl.8 Fahrer) nicht so recht unter
Kontrolle haben. Sie blockieren Richtung Sachs die rechte Spur, es beibt keine
Wahl und ich steche nach innen – was sich im selben Moment als Fehler erweist,
die denken gar nicht dran die bauen Flaggen zu beachten und klemmen mich zu
dritt ein! Hendrik lacht sich ins Fäustchen, ich kann es hören als er uns
sofort alle zusammen außenrum überholt! Schell hinterher rufe ich Jolly Jumper
ins Ohr, der darf uns nicht entwischen! Das Glück ist uns hold und der Druck
auf Hendrik groß genug, er verbremst sich bald Eingang Querspange und ich schlüpfe
innen durch. Im Helm schreie ich mich an, los du Feigling, jetzt brems endlich
mal wie ein Mann und lass dir den Sieg nicht abnehmen! Nach langen Runden
erscheint bei Start/Ziel das Zeichen für die letzte Runde. Die klappt auch gut,
wir fahren immer noch in Führung Richtung Zielstrich und der Rennleiter winkt
ab, der Rennleiter winkt ab, der Rennleiter winkt ab, VERDAMMT WO IST DER
RENNLEITER? Die Pfeifen haben falsch angezeigt, noch eine Runde und ich bete zum
Herrgott der Rennfahrer mir beizustehen, was er denn auch macht: Sieg mit einer
Zehntelsekunde vor Hendrik Peuker
Am 9.7. am Nürburgring folgt Duell Nummer sechs und neue Korbacher Gummis
stecken schon im Ofen…
Laptimes: 1.16.06 / 1.12.78 / 1.12.55 / 1.12.63 / 1.12.36 / 1.14.64 / 1.12.55 /
1.14.69 / 1.12.64 / 1.14.41 / 1.13.02 / 1.13.12 / 1.13.81 / 1.12.52 / 1.12.69 /
1.12.40 (viele Überrundungen, sofort an + 2 Sec. erkennbar)
Bis bald
Rainer (und sein gelbes Pferd..)